Fragen und Antworten

Der Schimmelspürhund

Die speziell ausgebildeten und geprüften Schimmelspürhunde sind darauf trainiert, versteckte Mikroorganismen bzw. deren Ausgasungen aufzuspüren.

Die Methoden und die Auswahl von Schimmelspürhunden unterscheiden sich nur wenig von denen bei Minen-, Drogen- oder anderen Suchhunden.

Erfahrene Züchter und Ausbilder wählen nach einer strengen Vorauswahl (z.B. Stammbaum) ausschließlich solche Welpen aus einem Wurf aus, die gesund und sich hinsichtlich Aufmerksamkeit (Neugier), Sozialverhalten und freundlichen offenen Wesens besonders hervortun.

Nach einer mehrmonatigen Grundausbildung erfolgt die Spezialausbildung als Schimmelspürhund. Der Hundeführer kennt die besonderen Eigenarten des Hundes und erkennt schnell, wie sich sein Hund bei Kontaminationen unterschiedlicher Intensität und Ausdehnung verhält.

Nur ausgesuchte Hunde, mit einer intensiven Spezialausbildung und einer guten Abstimmung zwischen Hundeführer und Hund, können diesen Dienst zuverlässig ausführen.

Wann werden Schimmelspürhunde eingesetzt?

Lange Jahre wurden zur Messung und Beurteilung einer möglichen Gesundheitsgefahr durch Schimmelpilze fast ausschließlich Raumluftmessungen auf kultivierbare Pilzsporen herangezogen.

Nach verschiedenen wissenschaftlichen Auswertungen wurde zu einem Umdenken bei der Bewertung von Schimmelbefall in Innenräumen aufgefordert.

Zu Messungen, Beurteilungen und Sanierungen wird u.a. empfohlen:

„Bei Verdacht auf mikrobielle Belastungen muss auch nach nicht sichtbaren Vorkommen gesucht werden. Alter trockener Befall muss untersucht und dann entfernt werden, denn auch von versteckten, abgestorbenen Pilzen und Bakterien können bedingte flüchtige organische Verbindungen (englisch: MVOC) in die Raumluft gelangen, die evtl. zu gesundheitlichen Problemen führen können.

Die Frage nach versteckten Belastungen taucht auf, wenn:

• nach ärztlicher Diagnose von Bewohnern „typische Symptome“ für eine Schimmelbelastung genannt werden und gleichzeitig keine sichtbaren Hinweise auf Schimmelbelastungen erkennbar sind.

• über zurückliegenden, (falsch) „sanierten“ Schimmel berichtet wird.

• Wasserschäden (z.B. im Estrich) aufgetreten waren, die oft nach Einschaltung von Versicherungen und Sachverständigen – nur oberflächlich getrocknet oder durch den Einsatz von chemischen Mitteln unzureichend saniert wurden.

Ist der Hund dem Menschen überlegen?

Die besondere Qualifikation des Hundes liegt darin, dass dieser mit etwa zweihundertzwanzig Millionen Geruchsrezeptoren in der Nase eine etwa 42-mal größere Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen als der Durchschnittsmensch hat. Aufgrund dieses hervorragenden Geruchssinns und einer exzellenten Ausbildung mit jahrzehntelanger Erfahrung, liegt die Trefferquote bei der täglichen Arbeit fast immer bei 100%.

Einsatz und Erfahrungen

Der Spürhund ist nicht ständig auf der Suche nach Schimmel, sondern kommt seiner Arbeit nur nach antrainierten Kommandos nach. Die zu prüfenden Räume sollten deshalb möglichst aufgeräumt und an den meisten Wänden zugänglich sein. Auch sollte die Arbeit möglichst ungestört ablaufen und nicht durch spielende Kinder oder andere Ereignisse gestört werden.

Sind diese Kriterien erfüllt, durchläuft der Hund auf Kommando den Raum und markiert durch kratzen oder andere Signale des Körpers und der Augen, markante Stellen der pilzbedingten Ausgasungen.

Was passiert nach dem Einsatz eines Schimmelspürhundes?

Nach verrichteter Arbeit werden dem Auftraggeber natürlich nicht nur Erläuterungen vorgetragen, sondern ein detailliertes Protokoll über die Größenordnung und Lage der Markierungen bzw. mikrobiellen Belastungen angefertigt. Dazu kommen konkrete Vorschläge für das weitere Vorgehen, wie z.B. über Notwendigkeit und benötigte Anzahl weiterer Messungen (z.B. Materialanalysen).

Vorteile

Der Einsatz eines Schimmelspürhundes bringt folgende Vorteile:

• Das Ergebnis liegt sofort vor und weiterführende Maßnahmen, wie z.B. Probenahmen, können unmittelbar nach der Suche veranlasst werden.

• Es treten weniger Ausfälle oder Unsicherheiten, als bei Probenahmen für chemische oder mikrobiologische Analysen auf, bei denen Proben erst ins Labor geschafft und dort analysiert werden müssen.

• Im Vergleich zu Material- und Raumluftuntersuchungen sind Hundeeinsätze sehr kostengünstig.